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DJ UPDATE3: adidas will im WM-Jahr zu Wachstum zurückkehren
(NEU: Mehr Hainer)
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
HERZOGENAURACH (Dow Jones)--Die adidas AG will nach den erheblichen Einbußen imKrisenjahr 2009 wieder zu Wachstum zurückkehren. Unterstützen soll dabei die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im Sommer, bei der der Herzogenauracher Sportartikelhersteller mit zwölf Teams doppelt so viele Mannschaften ausrüstet wie bei der WM 2006 in Deutschland.Sowohl für den Umsatz als auch für den Gewinn prognostizierte adidas für 2010 eine Steigerung. Der Aktie hilft dieser Optimismus nicht: Das Papier zeigt sich am Mittwoch als schwächster DAX-Wert.
Die Nummer zwei nach dem US-Konzern Nike erwartet ein währungsbereinigtes Umsatzplus im prozentual niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich. Die Fußballumsätze sollen den Rekordwert von 1,3 Mrd EUR aus dem Jahr 2008 übertreffen. Der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer zeigte sich zuversichtlich, dieses trotz der unsicheren Wirtschaftslage und der zurückhaltenden Konsumstimmung zu schaffen. So seien bereits im vierten Quartal die Fußball-Umsätze deutlich angezogen. adidas rüste bei der WM die meisten Mannschaften aus, unter anderem den Gastgeber Südafrika, Deutschland, Spanien oder Frankreich.
Aber auch die Neuausrichtung von Reebok mit der Rückbesinnung auf den Frauenfitnessbereich soll 2010 weitere Früchte tragen. Für Reebok erwartet der Vorstandsvorsitzende genauso wie für die Marke adidas 2010 steigende Umsätze.
Bei der operativen Marge prognostiziert adidas einen Anstieg auf 6,5% (Vorjahr: 4,9%). Das verwässerte Ergebnis je Aktie soll auf 1,90 EUR bis 2,15 EUR steigen; das Nettoergebnis auf 400 Mio bis 450 Mio EUR.
Im laufende Jahr will adidas zudem die Investitionen wieder hochschrauben. 2009 betrugen diese 240 Mio EUR. Dies ist nach Aussagen des Finanzvorstandes Robin Stalker auch notwendig, um im Wettbewerb nicht zurückzufallen.
Als einen der größten Risikofaktor sieht Vorstandsvorsitzender Hainer die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Er bezog sich dabei auch auf die gegenwärtige Krise in Griechenland oder Währungsspekulationen etwa gegen das britische Pfund.
Währungseffekte spielten für das Unternehmen eine große Rolle. So geht Hainer nicht davon aus, wieder an die alten Rekordwerte anknüpfen zu können, solange die Währungen blieben, wie sie derzeit seien. Währungseffekte hatten adidas im vergangenen Jahr stark belastet. Für 2010 erwartet der Vorstandsvorsitzende jedoch nicht die hohen Wechselkursbelastungen wie im Jahr zuvor. So schätzt der Manager, dass sich die wichtigen Währungen stabil bis leicht positiv entwickeln dürften. Für das vergangene Jahr wies adidas ein deutlich schlechteres Ergebnis aus als von Marktbeobachtern erwartet. Dabei bilanzierte adidas erstmals in ihrer neuen Struktur: So ist die betriebliche Tätigkeit künftig in Großhandel, Einzelhandel und Andere Geschäftssegmente (TaylorMade-adidas Golf, Rockport, Reebok-CCM Hockey und Andere Zentral Geführte Marken) gegliedert.
Sinkende Umsätze im Großhandel sowie den Anderen Geschäftssegmenten führten 2009 zu einem auf währungsbereinigter Basis 6% rückläufigen Umsatz von knapp 10,4 Mrd EUR. Das schwierige Marktumfeld, ein strenger Wettbewerb sowie besagte Währungseffekte belasteten die Entwicklung.
Dazu kamen höhere Beschaffungskosten sowie der Abbau von Überbeständen zu Jahresbeginn. Aufwendungen für Restrukturierungen sowie die Integration des 2008 übernommenen US-Golf-Bekleidungsherstellers Ashworth schlugen ebenfalls negativ auf das Ergebnis. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 245 (642) Mio EUR.
Auch im Schlussquartal lagen die adidas-Zahlen unter den Analysten-Prognosen. Das Nettoergebnis sank auf 19 (54) Mio EUR. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 25 Mio EUR gerechnet. Höhere Marketingaufwendungen im Zusammenhang mit der Fußball-WM sowie die Unterstützung der Reebok-Wachstumsstrategie in Nordamerika drückten auf die operative Marge, die auf 1,7% (Vorjahr: 4,2%) fiel.
Ebenfalls negativ wirkten sich Wertminderungen bei den Vertriebsrechten von Reebok in China sowie bei eigenen Einzelhandelsgeschäften mit 19 Mio EUR bzw 14 Mio EUR aus. Der Umsatz ging im Schlussquartal um 4,5% auf 2,458 Mrd EUR zurück. Währungsbereinigt blieb er im Vergleich zum Vorjahr stabil.
2009 sei das bislang schwierigste Jahr seiner Zeit als CEO gewesen, sagte der seit 2001 amtierende Hainer. Im vierten Quartal hätten sich jedoch die meisten für adidas relevanten Märkte stabilisiert. Auch die Profitabilität habe sich in der zweiten Jahreshälfte signifikant verbessert.
Für 2009 schlägt der Vorstand eine niedrigere Dividende von 0,35 (Vorjahr: 0,50) EUR vor. Gleichzeitig kündigte adidas angesichts einer positiven Cashflow-Entwicklung sowie einer niedrigeren Nettofinanzverschuldung eine Änderung der Dividendenpolitik an. Künftig sollen zwischen 20% und 40% des auf die Anteilseigner entfallenden Gewinns ausgeschüttet werden. Zuvor waren es 15% bis 25%. Der Dividendenvorschlag für 2009 entspreche einem Ausschüttungssatz von 30%, nach 15% im Vorjahr.
Voran kam der Konzern bei der Entschuldung. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken auf 917 Mio EUR, von 2,189 Mrd EUR im Jahr zuvor. Der Verschuldungsgrad lag zum Ende des Jahres bei 24,3% (64,6%). Damit habe adidas ihr mittelfristiges Ziel eines Verschuldungsgrads von unter 50% bereits 2009 erreicht.
Das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu EBITDA von unter 2 (2009: 1,2) will adidas beibehalten. Überschüssige Mittel will adidas größtenteils zur weiteren Schuldentilgung einsetzen.
Die Aktie des DAX-Konzerns brach gleich zu Handelsbeginn um 7% ein. Der Ergebnisausblick von adidas sei "schwach", monierte die WGZ-Bank. Die Jahreszahlen hätten im Rahmen ihrer Erwartungen gelegen, so die Analysten. Der Marktkonsens sei dagegen ergebnisseitig deutlich verfehlt worden. Das vierte Quartal sei aufgrund der Wertberichtigung von insgesamt 33 Mio EUR enttäuschend ausgefallen.
Christoph Dolleschal, Analyst bei der LBBW, erklärte dagegen, ein schwächeres viertes Quartal sei nach den Zahlen von Puma absehbar gewesen. Er verwies außerdem auf das starke Vorjahresquartal, gegen das adidas hatte antreten müssen. Um die Einmaleffekte bereinigt, lägen die Ergebnisse in etwa im Rahmen der Erwartung, so der Analyst.
Auch bei den Analysten von equinet hieß es, vor dem Hintergrund der geringen Bedeutung des vierten Quartals sollte nicht zu viel in das Ergebnis hineininterpretiert werden, das geringfügig unter der Erwartung liege. adidas habe überzeugende Geschäftszahlen zum vierten Quartal vorgelegt. Der Ausblick sei zwar vorsichtig und damit auf den ersten Blick leicht enttäuschend, doch äußere sich adidas traditionell eher zurückhaltend.
Die Aktie notierte um 14.51 Uhr bei 35,76 EUR, ein Minus von 6% und damit schlechter als der DAX, der nahezu unverändert tendiert. Die Aktie führte die Verliererliste im Leitindex damit an.
Webseite: www.adidas-group.com -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 119, consumer.de@dowjones.com DJG/nas/bam
(END) Dow Jones Newswires
March 03, 2010 08:55 ET (13:55 GMT)
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